Bettwanzen

Bettwanzen richtig erkennen und bekämpfen

Bettwanzen (Cimex lectularius) galten noch bis in die 2000er Jahre hinein als so gut wie ausgestorben. In der Zwischenzeit haben sich diese unangenehmen Parasiten aber wieder weltweit ausgebreitet. Die Bettwanzenbekämpfung gehört auch in Deutschland fast wieder zur täglichen Routine des Schädlingsbekämpfers.

In der Regel werden Bettwanzen aus dem Urlaub mitgebracht oder durch den Kauf von gebrauchten Möbeln oder anderen Gebrauchsgegenständen eingeschleppt (z.B. Textilien, Bilder, Bücher). Diese kleinen Insekten halten sich – wie der Name schon sagt – hauptsächlich in der Nähe von Betten und anderen Schlafplätzen auf. Ausgewachsene Tiere erreichen zwar eine Länge von 4-8 mm, mit ihrem äußerst flachen Körper können Bettwanzen sich aber in fast allen Spalten und Ritzen verstecken. Sie lassen sich z.B. in Bettgestellen, Lattenrosten und Nachttischen finden, aber auch hinter Steckdosen, Fußleisten und Bilderrahmen. Weitere Verstecke der Parasiten und Problembereiche sind Matratzen, Bettdecken, Kissen, Vorhänge, Sessel, Sofas, Türrahmen, Fensterrahmen, Tapeten und Teppiche.

Durch Körperwärme und Atem werden Bettwanzen nachts aus ihren Verstecken gelockt und verursachen Stiche bzw. Bisse an Menschen, gelegentlich sogar bei Haustieren. Die stechenden Insekten ernähren sich ausschließlich vom gesaugten Blut und können bei fehlendem Nahrungsangebot sechs Monate und länger hungern. Cimex lectularius ist bisher nicht als Krankheitsüberträger bekannt, jedoch können die Stiche der Wanzen Quaddeln bilden und Juckreiz auslösen. Bei einigen Personen lösen die Bisse sogar allergische Reaktionen aus, die behandelt werden sollten.

Das Erkennen eines Bettwanzenbefalls ist für den Laien oft schwierig. Neben ausgewachsenen Tieren (Adulte) weisen insbesondere die Kot- bzw. Blutspuren auf einen Bettwanzenbefall hin. Die Kotspuren findet man hauptsächlich in den Verstecken der Blutsauger und in der Bettwäsche. Dort fallen tropfenförmige, meist schwarze Blutspuren auf. Von Bettwanzen befallene Textilien sollten mit Hitze behandelt werden, also z.B. mindestens eine Stunde bei 60° C gewaschen oder getrocknet werden, wobei eine Verschleppung in andere Bereiche vermieden werden muss (Textilien in Müllsäcken bis zur Waschmaschine bringen). Alternativ können befallene Textilien auch ins Gefrierfach gelegt werden, um die Insekten mit Kälte zu bekämpfen.

Die Bekämpfung von Bettwanzen mit Sprühdosen und Hausmitteln bleibt fast immer erfolglos. Die Bettwanzenbekämpfung sollte nur von einen professionellen Schädlingsbekämpfer durch die richtige Anwendung von geeigneten Bioziden durchgeführt werden. Vor der Bettwanzenbekämpfung müssen sämtliche in Frage kommenden Versteckmöglichkeiten freigelegt werden: Betten und Möbel müssen abgerückt und ggf. demontiert werden. Die gründliche Inspektion des Befalls ist ein äußerst wichtiger Schritt vor der Bekämpfung. Vor dem Einsatz von Schädlingsbekämpfungsmitteln sollten die potentiellen Verstecke der Parasiten äußerst gründlich und wiederholt abgesaugt werden, wobei der Staubsaugerbeutel im Anschluss sofort entsorgt werden muss. Die eigentliche Bettwanzenbekämpfung erfolgt dann im Spritz- und Sprühverfahren. Dabei werden geeignete Bekämpfungsmittel bzw. Insektizide in und um alle Versteckmöglichkeiten ein- bzw. ausgebracht. Zur Bekämpfung von Bettwanzen kommen Schädlingsbekämpfungsmittel mit Langzeiteffekt zum Einsatz. Wenn die nachtaktiven Tiere nach der Bekämpfungsmaßnahme aus ihren Verstecken herausgelockt werden, nehmen die Bettwanzen auch noch nach Tagen und Wochen die Wirkstoffe der Langzeitmittel auf. Kurzzeitmittel sind eher als Austreibemittel sinnvoll, aber selten alleine erfolgreich, um diese lästigen Insekten vollständig zu bekämpfen.

Die Bekämpfung von Bettwanzen ist eine große Herausforderung, da sie sehr hartnäckig sind. Fast immer sind mehrere Nachbehandlungen zur vollständigen Tilgung erforderlich. Nach der Erstbehandlung erfolgen Nachinspektionen und ggf. weitere Behandlungen im Abstand von ca. 10 Tagen. Nach der Anwendung von Insektiziden müssen Wartezeiten und Dekontaminationsmaßnahmen beachtet werden. Danach können und sollen die ggf. immer noch befallenen Schlafräume wieder genutzt werden. In der Regel sind zwei bis drei Nachbehandlungen zur Bettwanzenbekämpfung erforderlich.

Wie bereits erwähnt, können Bettwanzen auch mit Hitze bekämpft werden, im sogenannten Thermo-Verfahren, das wir derzeit noch nicht anbieten. Für den Einsatz von Öfen zur Erhitzung des gesamten Raumes ist ein Starkstrom-Anschluss nötig. Es besteht die Gefahr, dass befallenes Inventar in der Hitze Schaden nimmt (z.B. Bilder und technische Geräte).